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Rehkitzrettung

Rettung vor dem Mähtod: Welche Methoden bieten sich an?

Jedes Jahr sterben über 100.000 Rehkitze und andere Wildtiere in Deutschland durch landwirtschaftliche Mähmaschinen. Um dies zu verhindern und um den Tieren einen qualvollen Tod zu ersparen, greifen Landwirte und Jäger seit vielen Jahren auf verschiedene Methoden zurück: Vielerorts gehen Jäger mit ihren jagdlich ausgebildeten Hunden vor der Mahd durch die Wiese, um Rehkitze und andere Tiere aufzuspüren und zu sichern. Häufig werden sogenannte „Pieper“ im Feld aufgestellt, um Tiere durch die unangenehmen Geräusche zu vergrämen. Zudem vertrauen einige Landwirte und Jäger auf das Setzen von Duftmarken vor der Mahd.

Durch diese Vorgehensweisen wurden schon viele Rehkitze und andere Tiere vor dem Tod bewahrt. Jedoch sind die genannten Methoden in der Regel sehr zeit- und personalintensiv und bringen letztendlich nicht die gewünschten Erfolge.

Aus diesen Gründen werden seit einigen Jahren mit großem Erfolg Drohnen eingesetzt, um Tiere vor dem entsetzlichen Mähtod zu bewahren.

Wie läuft eine drohnenbasierte Rehkitzrettung ab?

Die Frühjahrsmahd steht an und fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen und dort sicher wähnen. Natürliche Schutzstrategien wie das „Ducken und Tarnen“ schützen zwar vor Fressfeinden, nicht aber vor den Erntemaschinen. Nicht selten fallen vor allem frisch gesetzte Rehkitze den Mähwerken zum Opfer und sterben einen qualvollen Tod.

Um Abhilfe zu schaffen, setzen wir Drohnenpiloten uns gemeinsam mit weiteren Helfern ehrenamtlich ein. Mit einer Kombination aus Video- und Wärmebildkamera halten wir nach den Tieren Ausschau. Dafür machen wir uns in der Regel bereits in den frühen Morgenstunden auf den Weg zum Feld, denn bei einem Einsatz mit Wärmebildtechnik sind  kühle Außentemperaturen optimal. Mittlerweile sind die Sensoren unserer Wärmebildkameras technisch jedoch so ausgereift, dass Einsätze - je nach Wetterlage - grundsätzlich auch ganztägig möglich sind.
Über einem zuvor definierten und markierten Gelände sorgen wir dafür, dass kein Quadratmeter übersehen wird. Ist ein Kitz in der Wiese ausgemacht, machen sich 2-3 Helfer auf den Weg zur Fundstelle. Per Funkgerät werden sie dabei vom Drohnenpiloten geführt. Haben die Helfer das Kitz entdeckt, entnehmen sie es mit Grasbüscheln und sichern es in einem Korb außerhalb des Feldes. Wichtig ist dabei, dass die Helfer Handschuhe tragen und keinen direkten Körperkontakt mit den Kitzen haben, damit diese von den Muttertieren (Ricken) wieder angenommen werden. Je nach Alter und Mobilität der Kitze verbleiben diese bis zum Ende der Mahd im Korb oder werden in einem geschützten Bereich (z.B. Unterholz) ausgesetzt. Um zu verhindern, dass eine Ricke ihr Kitz zurück auf das Feld bringt oder bereits mobile Kitze alleine den Weg zum Feld finden, ist es wichtig, dass die Mahd zeitnah zur Sicherung erfolgt – bestenfalls in direktem Anschluss daran. Nach der Mahd machen sich die Helfer erneut auf den Weg zu den abgelegten Kitzen, um noch einmal nach dem Rechten zu schauen bzw. um sie ggf. aus dem Korb zu befreien.

Voraussetzung für einen Einsatz ist die Beauftragung durch einen Landwirt bei gleichzeitigem Einverständnis des zuständigen Jagdpächters. Selbstverständlich halten wir uns bei unseren Einsätzen an die rechtlichen Vorgaben.

Interessierte Landwirte und Jäger können hier Kontakt aufnehmen.